Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind die Voraussetzungen, um in einem Hospiz aufgenommen werden zu können?

Für die Aufnahme gibt es gesetzlich geregelte Vorgaben. Voraussetzung für die Aufnahme ist das Vorliegen einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung, die nach menschlichem Ermessen aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit (Tage, Wochen bis wenige Monate) zum Tode führen wird, wobei eine angemessene Versorgung im häuslichen Bereich nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten als nicht mehr gesichert angesehen werden muss.

Die Hospizversorgung muss grundsätzlich durch einen Hausarzt oder vom behandelnden Krankenhausarzt verordnet und durch Ihre Krankenkasse genehmigt werden. In den meisten Fällen wird die Genehmigung alle vier Wochen erneut vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft. Eine Überweisung aus einer Pflegeeinrichtung ist in der Regel nicht möglich. Bei einer Stabilisierung der Erkrankung und damit nicht mehr Absehbarkeit der Lebenserwartung kann die Krankenkasse eine weitere Hospizversorgung ablehnen. In diesem Fall suchen die Hospizbetreuer mit Ihnen gemeinsam nach einer anderen Versorgungsmöglichkeit.

Wer kann in einem Hospiz Aufnahme finden?

Die Aufnahme ins Hospiz erfolgt jeweils nur auf Wunsch und im Einvernehmen mit dem Kranken selbst oder – wenn dieser sich nicht mehr äußern kann – mit seinen Angehörigen. Schließlich müssen auch die Zielsetzungen des Kranken und seiner Bezugspersonen mit denen des Hospizes übereinstimmen. So soll der Tod im Hospiz-Haus weder beschleunigt noch verzögert werden. Wir lehnen daher jegliche Form der aktiven Sterbehilfe ab, stattdessen wird auf eine umfassende Schmerztherapie und Symptomkontrolle geachtet.

Ist das Hospiz nur für ältere Menschen gedacht?

Ein Hospiz ist kein Altenpflegeheim. Gerade auch schwerkranke junge und jüngere Erwachsene sollen hier eine gute Umgebung und fürsorgliche Begleitung in ihrer letzten Lebensphase erhalten.

Werden im Hospiz-Haus auch Kinder und Jugendliche aufgenommen?

Für sterbende Kinder und Jugendliche aus unserer Region gibt es im Kreis den Kinder- und Jugendhospizdienst des Ökumenischen Hospizdienstes. Das nächstgelegene Kinder und Jugendhospiz befindet sich in Stuttgart, auf das wird gerne verweisen.
www.hospiz-stuttgart.de/kinderhospiz

Wann sollte man in ein Hospiz gehen?

Manche der Gäste verbringen nur wenige Tage in einem Hospiz, andere wiederum leben mehrere Wochen oder gar Monate in diesen Häusern. Der genaue Verlauf der letzten Lebenszeit lässt sich genau so wenig vorherbestimmen wie alle anderen Lebensphasen. Wenn Sie unsicher sind, wann für Sie der richtige Zeitpunkt für eine Aufnahme ins Hospiz gekommen ist, sollten Sie darüber mit Ihrem Hausarzt sprechen. Sie können auch Kontakt mit einem Hospiz oder ambulanten Hospizdienst aufnehmen, Sie werden dort gerne beraten.

Kann man das Hospiz auch wieder verlassen?

Selbstverständlich kann man jederzeit wieder in die häusliche Versorgung zurückkehren.

Sollten sich im Verlauf der Krankheit die körperlichen Einschränkungen und Symptome nochmals deutlich verbessen und die Lebenserwartung damit nicht mehr erkennbar auf eine sehr kurze Zeit beschränkt sein, können Sie aus dem Hospiz entlassen werden, sobald eine alternativen Versorgung sichergestellt ist.

Dabei schließt eine Entlassung aus dem Hospiz eine erneute Aufnahme, wenn es wieder schlechter geht, nicht aus!

Dürfen Angehörige jederzeit ins Hospiz kommen?

Angehörige sind in einem Hospiz stets willkommen! Die Begleitung durch die Angehörigen ist hier nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Starre Besuchsregelungen gibt es nicht, so dass die Angehörigen – das Einverständnis des Hospiz-Gastes vorausgesetzt – auch unangemeldet jederzeit vorbei schauen können, gleiches gilt für Freunde und Nachbarn. Auf Wunsch können Angehörige und Freunde auch auf Zustellbetten im Krankenzimmer mit übernachten. Wir wollen für das Hospiz im Herzen unseres Landkreises Böblingen auch ein Angehörigenzimmer einplanen.

Wer übernimmt die ärztliche Betreuung im Hospiz?

Die ärztliche Betreuung liegt in den Händen von palliativ ausgebildeten Ärzten.

Selbstverständlich kann auch der  Hausarzt mit eingeschaltet werden, wenn er über die entsprechenden Spezialkenntnisse der Palliativmedizin verfügt. Grundlegend für die Hospizgäste ist aber immer die Professionalität und Erfahrung der Palliativschwestern der Station. Dieses „palliative know how“ befähigt sie, z.B., alle Handlungsmuster der Bedarfsmedikationen zum Wohle der Patienten einzusetzen, sie sind darüber hinaus erfahren in psychologischen, sozialen und spirituellen Notsituationen.

Wer kommt für die Kosten auf?

Die Kosten für den Hospizaufenthalt werden bei gesetzlich Versicherten durch die Krankenkasse bezuschusst. Alle nicht gedeckten Kosten müssen vom Hospiz über Spenden finanziert werden. Damit ist der Aufenthalt für die Kranken selbst zuzahlungsfrei.

Bei privatversicherten Erkrankten muss die Kostenübernahme mit den Krankenkassen geklärt werden.

Leistet ein Hospiz Sterbehilfe?

Hospize und Palliativstationen sind keine Orte der Sterbehilfe. Hier findet Sterbebegleitung statt. Das Sterben soll weder beschleunigt noch hinausgezögert werden, sondern die Hospizinitiativen möchten dazu beitragen, dass das Sterben in das Leben eingebettet und als Teil des Lebens angenommen werden kann. Oder wie der frühere Bundespräsident Joachim Gauck es formulierte „Nicht durch die Hand eines anderen sollen die Menschen sterben, sondern an der Hand eines anderen“.