Wissenswertes zum Thema Hospiz

Der Name Hospiz leitet sich vom lateinischen „hospitium“ (Gastfreundschaft) ab.

Hospiz im heutigen Sinne ist ein Betreuungsangebot für schwerkranke Menschen im letzten Stadium ihrer Erkrankung. Können sie noch zu Hause, in Pflegeheimen bzw. in ihrer gewohnten Umgebung versorgt werden, bieten Sitzwachen und Hospizdienste wie der ambulante Ökumenische Hospizdienst in Böblingen ihre Hilfe an. Für schwerkranke Menschen die nicht zu Hause versorgt werden können, aber keine Krankenhausbehandlung benötigen, ist das stationäre Hospiz geeignet. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der qualifizierten pflegenden und begleitenden Zuwendung.

Die Entstehung der Hospizidee

Die Idee geht auf die Arbeit zweier großartiger Frauen zurück.

Elisabeth Kübler-Ross (1926-2004) ist eine der Begründerinnen der modernen Sterbeforschung. Sie befasste sich intensiv mit dem Tod, und dem Umgang mit Sterbenden sowie mit Trauer und Trauerarbeit. In ihrem bahnbrechenden, wenn auch heute umstrittenen Buch On Death and Dying definiert sie fünf Phasen des Sterbeprozesses und legte damt den Grundstein für die heutige Forschung und die Enttabuisierung des Tods.

Cicely Saunders (1918-2005) gilt als die Begründerin der heutigen Hospizidee und der Palliativmedizin.  Mit der Gründung des St. Christopher’s Hospice 1967  in London gab es für Schwerstkranke erstmals über die rein medizinische Versorgung hinaus eine psychische, soziale und spirituelle Betreuung. Mit diesem neuen Konzept, das die Grundlage der heutigen Palliativmedizin darstellt, legte Saunders in diesem Hospiz den Grundstein für die moderne Hospizbewegung

Die Hospizbewegung heute

40 Jahren später hat sich aus dem Konzept des ersten Hospiz von Cicely Saunder eine weltweite Hospizbewegung entwickelt.
Nach Angaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (DHPV) gibt es allein in Deutschland derzeit rund 1500 ambulante Einrichtungen, 221 stationäre Hospize für Erwachsene, 14 Kinderhospize, 304 Palliativstationen und über 295 Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV).

Somit verstehen wir heute unter Hospiz nicht mehr nur ein konkretes Haus für Sterbende, sondern ein multi-disziplinäres, ganzheitliches Unterstützungskonzept für sterbende Menschen und ihre Angehörige, das individuell auf deren Bedürfnisse angepasst wird.

Deshalb ist es uns wichtig, ein gutes Netzwerk zu bilden und eng mit den bereits bestehenden zahlreichen Gruppen und Einrichtungen im Kreis Böblingen zusammen zu arbeiten, die sich für Schwerkranke und Sterbende einsetzen.

Ambulante Hospiz- und Sitzwachengruppen

Die allermeisten Menschen wünschen sich, zu Hause und in ihrer gewohnten Umgebung sterben zu dürfen. Oft ist dies nur möglich, wenn Angehörige und Pflegedienste unterstützt werden in der Begleitung. Ohne Ehrenamt wäre Hospizarbeit nicht möglich. Seit über 25 Jahren gibt es z.B. im Kreis Böblingen den Ökumenischen Hospizdienst https://www.hospizdienst-bb.de/

In den ambulanten Hospiz- und Sitzwachengruppen engagieren sich Frauen und Männer ehrenamtlich. Sie begleiten sterbende Menschen und ihre Angehörigen sowohl zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung als auch in stationären Einrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ambulanten Hospizgruppen leisten keine Krankenpflege oder hauswirtschaftlichen Arbeiten, sondern wollen ärztliche und pflegerische Betreuung ergänzen durch mitmenschliche Zuwendung. Sie entlasten und unterstützen Angehörige und Freunde in der Begleitung, bei Bedarf tagsüber, aber auch nachts. Durch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden die Ehrenamtlichen auf Ihre Aufgabe vorbereitet und in ihrer Tätigkeit begleitet. Das Unterstützungsangebot durch ambulante Hospizgruppen ist für die betroffenen Patienten und Ihre Zugehörigen kostenfrei und finanziert sich im Wesentlichen durch Förderbeiträge und Spenden.

Stationäre Hospize

Das stationäre Hospiz ist ein Betreuungsangebot für schwerkranke Menschen im letzten Stadium ihrer Erkrankung, die nicht zu Hause versorgt werden können, aber keine Krankenhausbehandlung benötigen. Dabei ist ein Hospizgast idealerweise medizinisch stabil und der Schwerpunkt liegt auf der qualifizierten pflegenden und begleitenden Zuwendung. Sie verbringen hier ihre letzten Wochen und Tage. Die Patienten bzw. Gäste wie sie in Hospizen zumeist genannt werden, werden durch ein besonders qualifiziertes Pflegeteam betreut, ergänzt um ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.