BBG und Hospizverein realisieren ein Hospiz in Böblingen

Gemeinsam mit dem Hospizverein Region Böblingen-Sindelfingen e.V. wird die Böblinger Baugesellschaft (BBG) an der Karlstraße / Ecke Talstraße im Herzen von Böblingen ein Hospiz realisieren. Die Planungen sollen nun soweit voranschreiten, um spätestens 2022 mit dem Bau starten zu können.

Die Mitgliederversammlung des Hospizvereins am 28.07.2020 fand coronabedingt in der Marienkirche in Böblingen statt. Dort konnte das Corona-Hygienekonzept problemlos umgesetzt werden.

Rainer Ganske, Geschäftsführer der Böblinger Baugesellschaft, erläuterte den zahlreich erschienen Mitgliedern die Möglichkeit, in der Talstraße / Ecke Karlstraße auf einem Grundstück, das sich die BBG gesichert hat, ein Gebäude zu errichten, in dem auch das stationäre Hospiz seinen Platz finden kann. Dank zentraler Lage und doch guter Möglichkeit, die Räume des Hospizes zu einem dann entstehenden ruhigen Innenbereich nach Süden auszurichten, eignet sich das Grundstück auch nach Einschätzung des Vorstands des Hospizvereins sehr gut für das geplante Vorhaben.

Nach einer Runde mit Rückfragen votierten die Vereinsmitglieder einstimmig dafür, mit der BBG zusammen das Vorhaben stationäres Hospiz in Angriff zu nehmen. Maria Dries-Koblowsky, Vorsitzende des Vorstands, freut sich sehr über das ausgesprochene Vertrauen und stellt eine weiter Versammlung zur Information über den favorisierten Träger nach der Sommerpause in Aussicht.


Wenn eine Krankheit so schwer oder so weit fortgeschritten ist, dass keine Heilung mehr möglich ist, brauchen Erkrankte und ihre Angehörigen einen geschützten Ort, in dem ihnen auf diesem letzten Abschnitt besonders viel Fürsorge zuteil wird und in dem die bestmögliche Linderung der belastenden Symptome im Vordergrund steht. Nicht immer ist es möglich, diese Sterbebegleitung in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Hospize als stationäre Einrichtungen sind auf die umfassende Versorgung und Begleitung von schwerkranken Menschen und ihrer Angehörigen spezialisiert. In Deutschland gibt es rund 230 dieser stationären Einrichtungen.

Gemeinsam mit dem Hospizverein Region Böblingen-Sindelfingen e.V. wird die BBG an der Karlstraße / Ecke Talstraße in Böblingen ein solches Hospiz realisieren. Die BBG hat sich das Grundstück gesichert; es eignet sich deshalb besonders gut für eine solche Einrichtung, weil es ein wichtiges Anliegen der Hospizarbeit ist, das Sterben und die Auseinandersetzung mit dem Tod wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Auch die gute Erreichbarkeit spricht für diesen Standort. Die BBG bleibt im Besitz der Immobilie, wird die Räumlichkeiten aber so planen, dass sie den Anforderungen des Hospizvereins und Trägers genau entsprechen. „Als der Hospizverein auf uns zugekommen ist und wir erste Gespräche dazu geführt haben, war uns als BBG sofort klar, dass wir dieses so wichtige Ziel des Vereins unterstützen und den gemeinsamen Bau eines stationären Hospizes realisieren wollen“, erläutert der Geschäftsführer der BBG, Rainer Ganske. Und weiter: „Als BBG kommen wir unserer sozialen Aufgabe nach, dies zeigt sich auch in vielen anderen Projekten. Das Sterben gehört zum Leben dazu. Mit einem Hospiz helfen wir sowohl den Sterbenden als auch den Angehörigen, diesen so schweren Weg möglichst gemeinsam und in Würde zu gehen.“

„Als Hospizverein freuen wir uns darüber, dass wir mit der BBG eine kompetente und engagierte Bauträgerin an unserer Seite haben. So bekommt unsere Vision vom stationären Hospiz eine große Dynamik und die Fertigstellung rückt in greifbare Nähe“, so die Vorsitzende des Hospizvereins Region Böblingen-Sindelfingen e.V., Maria Dries-Koblowsky.

Hospiz als kleine, familiäre Einrichtung

In stationären Hospizen werden Menschen dann aufgenommen, wenn sie an einer Krankheit leiden, die unaufhaltsam fortschreitend innerhalb einer absehbaren Zeit zum Tode führt und die Versorgung zuhause nicht mehr gewährleistet werden kann. Die medizinische Behandlung beschränkt sich auf Symptomlinderung. Die durchschnittliche Verweildauer liegt in Deutschland momentan zwischen 20 und 25 Tagen. Die Patienten – oder Gäste, wie sie im Hospiz heißen – werden von qualifiziertem Pflegepersonal mit viel Zuwendung gepflegt. In der Regel verfügen die Hospize nur über wenige Betten. Dies ermöglicht eine familiäre Atmosphäre.

Das geplante Hospiz soll Platz für acht Plätze bieten. Andere Parameter werden noch festgelegt. Zudem werden in den nächsten Monaten die Planungen konkretisiert und ein entsprechendes Baugesuch vorbereitet. Die BBG plant, spätestens 2022 mit dem Hochbau zu starten. Ziel ist es, das Hospiz bis 2024 fertigzustellen.

Seit vielen Jahren unterstützt die BBG soziale Einrichtungen und Projekte. Auch mit anderen Partnern hat sie zuletzt vergleichbare Einrichtungen realisiert, so beispielsweise in ihrem neuen Quartier in Magstadt. Ergänzend zu den dortigen Eigentumswohnungen entstanden dort Räumlichkeiten für eine Wohngruppe mit Behinderung der Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten (GWW) als auch eine sogenannte EMILIA-Wohngemeinschaft für Menschen mit Pflegebedarf. EMILIA steht für „Eigenständig Miteinander Leben Im Alltag“ und ist eine Mini-Wohngemeinschaft, in der fünf Bewohner ambulant betreut werden.